Techniklexikon

Montag, 19. Januar 2009

Kansetsu Geri: Stampftritt

Ahhh, ich hab noch einen Stampftritt gefunden :-) Könnte auch sein, daß das der Stampftritt ist, den mein Lieblingsexperte genannt hatte, der Name kommt mir irgendwie vor, als habe ich den schon mal gehört. Youtube hatte keine Videoclips, ich hab dann woanders einen gefunden und folgende Beschreibung:

The knee joint kick (kansetsu geri) is a stomping kick aimed at the opponent’s knee joint. It is an extremely dangerous technique as very little force is required to break a knee joint (around 16lb per square inch).
[...]
How to perform a stomping knee joint kick (kansetsu geri)

Bring the right knee up to about waist level and strike down and outward at an angle of about 45 degrees, striking at the opponent’s knee joint from the side. Curl your toes back and strike with the knife-edge of your foot. Raise your body weight upward as you begin the knee joint kick. Then drop your body weight into the kick to add more power.

Was ist Hiki-te

Ich habe in dem PDF von gestern folgendes gelesen:

Die bekannteste (und zugleich verkannteste) Greiftechnik ist für die meisten Karateka zweifellos ‚Hikite’, die zurückziehende Hand bei den meisten Kihontechniken. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Definition Funakoshis in seinem Buch ‚Rentan Goshin Karate Jutsu’ von 1925: „Hikite bedeutet, den angreifenden Schlag des Gegners zu fassen, ihn über seine Reichweite hinaus zu ziehen und gleichzeitig zu drehen, um den Angreifer aus der Balance zu bringen und zu werfen“
Hikite wird also nach Funakoshis Auffassung nicht zur Hüfte gezogen, um die gegenläufige Technik zu verstärken, sondern um den Gegner zu greifen und zu kontrollieren.


Jetzt frustriert mich, daß ich keinen Videoclip dazu finde. Ich kann mir dann nicht so gut vorstellen, was damit eigentlich gemeint ist. So ein Text ist ja geduldig, wahrhaft aussagekräftig sind für mich dann doch Bilder, Bewegungsabläufe.


Ganz spannend fand ich das Ergebnis beim googeln, daß Hikite teilweise mit pulling hand übersetzt wird. Auf tuite bin ich ja wegen pushing hands gestoßen und auf hikite wegen tuite. Bei Youtube schmeißt der mir auf das Suchwort Hikite diesen Clip entgegen, den ich gar nicht so recht in Verbindung bringen kann mit dem obrigen Text

Was ist Tuite?

Eigentlich wollte ich ein paar Clips zu tuite suchen. Ich weiß gar nicht genau, ob dieses Ergebnis passt was Youtube da rausgebracht hat



Dieses Zitat habe ich gefunden, es klang inspirierend und sogar amüsant in gewisser Weise, deshalb habe ich es hier reingepackt

Das höchste Ziel des Te ist, eine gefährliche Situation ohne Zuhilfenahme harter Mittel zu beenden und den Angreifer so zu führen, dass er seine Fehler erkennt und durch Übung ein besserer Mensch wird.

Da die Greiftechniken (Tuite) ein untrennbarer Teil des Te (Karate) sind, kann er durch sie noch eine Gesundheitsmassage bekommen.

Doch er sollte wissen, dass das Te in seiner Eigenschaft als Kampfkunst im Bruchteil einer Sekunde, mit nur minimaler Veränderung der Anwendung, zu einer tödlichen Waffe werden kann.
Uehara Seikichi, Erbe des Motobu Choyu Stils


Ein interessantes PDF von Matthias Golinski habe ich bei tsuru gefunden und dort auch weitere Begriffe für tuite kennengelernt: torite und tuidi. Neben überblicksartigem geschichtlichem Hintergrund habe ich da auch von der angeblich bekanntesten Greiftechnik Hikite im Karate erfahren und es wurde Bezug hergestellt zu den speziellen Trainingstechniken aus Okinawa beispielsweise nigiri game .

Kakie Pushing Hands

Bei Todokan erfahre ich über Kakie, daß Higaonna Kanryo diese Trainingsmethode von China nach Okinawa gerbacht hat. Auf chinesisch werden die klebenden Hände als Chi Sao bezeichnet, Kakie ist der japanische Begriff, es handelt sich bei klebenden Händen um eine Form des Grappling.

Die Übungsart in den den verschiedenen Youtube-Clips ganz gut zu erkennen, Wiki beschreibt es so: "Dabei stehen die Partner sich gegenüber und drücken in einer kontinuierlichen Bewegungsschleife einander an den Armen, ohne den Kontakt zu verlieren. Es gibt dabei immer abwechselnd einen drückenden und einen empfangenden Partner. Die Übung ähnelt dem Tuishou der inneren Kampfkünste (z.B. des Taijiquan)."

Vergleiche per Clip

- bis die bei Tuishou mal angefangen haben, dauert das ein bisschen aber die Bewegungsart sieht mir schon ähnlich aus. Die lustigen pastellfarbenen Anzüge sind auch ganz charmant, irgendwie wie dünne Teletubbies ;-)

Kakie


Tuishou


Das Ziel der Übung der klebenden Hände definiert Wiki so:

"Das Ziel ist, ein körperliches Gefühl für die Aktionen des Kampfpartners zu entwickeln und die Fertigkeit, daraus Ansatzpunkte für eigene Aktionen zu finden. Aus dieser unmittelbaren Kenntnis heraus kann im Kampf eine Schwachstelle oder Blockade im Kraftfluss (Qi) des Partners erspürt und zu dessen Destabilisierung ausgenutzt werden."

Zur Anwendung als Technik erfahre ich "Insbesondere im Goju-Ryu Karate, aber auch Schulen anderer Stile werden umfangreiche und vielschichtige Folgetechniken trainiert, wie Befreiungen gegen Haltegriffe (Kumi), Schlagtechniken (Atemi) auf kurze Distanz, Greif- und Drucktechniken (Tuite), Gelenkhebel (Kansetsu), Vitalpunktstimulationen (Kyushojutsu) und viele weitere."

Schön wenn auch vom Zusammenhang zwischen Übung und gewünschtem Effekt für mich noch nicht so nachvollziehbar fand ich die Beschreibung zur geistigen Entwicklung bzgl. Kakie: "Je mehr das spüren ( fühlen ) der entstehenden Gefühle ( Reize ) der klebenden Arme (auch als Philosophie) verinnerlicht wird, umso mehr kann sich der Kämpfer auf seine natürlichen und spontanen Reaktionen verlassen, die nicht mehr nur durch visuelle Informationen oder gar das eigene Denken beeinflusst oder gesteuert werden. Es ist ein Zustand der inneren Stille, der zur richtigen Zeit die richtige Handlung ohne Anstrengung des Willens hervortreten lässt."

Henka & Kakushi



Ich habe gerade beim Querlesen eine mögliche Erklärung für meine Frage vom 22. Oktober im Zusammenhang mit dem Shisochin Nachtrag gefunden.

Auszug aus dem Text
mir fällt nur auf, daß manche Karateka bei so einer Kata eine Ausstrahlung haben wie eine Schlaftablette in der Disco, da kommt irgendwie nichts rüber. Andere hingegen wirken interessant, weiß der Geier durch was aber sie haben Präsenz, die Bewegungen werden quasi fühlbar. Das würde mich ja mal interessieren, woher da der Unterschied kommt - wahrscheinlich ist es wie im alltäglichen Leben: manche Menschen strahlen ein bisschen heller als andere. Und ich bin mir sicher, mein Lieblingsexperte ist einer der besonders Strahlenden :-)


Ich bin per Zufall auf die vier Elemente der Kata gestoßen und musste beim Begriff Henka an meinen Beitrag von damals denken. Henka beschreibt, wie der Ausführende die Kata präsentiert und auch wie er sie sieht. Weiterhin habe ich erfahren, daß ein Zusammenhang mit der persönlichen Konstitution und Koordination besteht, der selbst bei gleich viel Übung dafür sorgt, daß die Kata bei jedem Karateka etwas anders aussieht. Das klingt nach einer nachvollziehbaren Erklärung, warum mir einige Performances als Betrachter mehr liegen als andere.


Besonders spannend fand ich in Bezug auf die vier Elemente der Kata Kakushi, was etwas gekürzt beschrieben die versteckten Techniken und Kniffe in der Kata darstellt, die sich dem Betrachter und auch dem Übenden nicht "freiwillig" zeigen - also im Grunde ist das der Aspekt hinter dem Offensichtlichen. Das erinnert mich daran, daß ich von einem anderen Meister gelesen habe, daß er quasi mit fortschreitendem Üben auch nach 30 Jahren noch neue Sachen in einer Kata entdeckt hat - wahnsinn. Wie komplex und bewundernswert muss ein Kata sein, wenn sie über so viele Jahrzehnte dem Ausführenden immer noch ein Geheimnis präsentieren kann? Da sind die meisten Menschen viel schneller durchschaubar, und ein Mensch ist ja auch ein recht komplexes System.

Was ist Makiwara?

In letzter Zeit ist mir das Wort Makiwara öfter durchs Ohr geflitzt, deshalb wollte ich mir einfach mal die Definition besorgen. Es klingt akustisch ja erst Mal nach so einem Sushi-Röllchen, die haben ja auch teilweise ganz bezaubernde Namen.

Mit Röllchen liege ich ja gar nicht soweit daneben sagt mir Wiki und informiert mich, daß maki auf japanisch - Rolle bedeutet. Ich konzentriere mich hier auf die Klärung für Karate, die andere Nutzung lasse ich mal außen vor.

Es ist also ein hölzerner Schlagpfosten. Traditionell besteht ein Makiwara aus einem biegsamen, nicht-brechenden und nicht-splitternden Holzbrett, an dessen oberen Ende eine etwa 30 cm lange und 10 cm breite Umwicklung aus Reisstroh als Schlagpolster dient, wobei bei Wiki auch zu lesen ist, daß moderne Varianten über verschiedene Schlagpolster verfügen und nicht unbedingt auf Reisstroh zurück greifen.

Als Einsatzzweck schreibt Wiki folgendes:

Geübt werden am Makiwara vor allem Schlagtechniken mit der Faust. Grundsätzlich können aber auch Tritte und andere Techniken daran trainiert werden. Da ein Makiwara zurückfedert, wenn darauf geschlagen wird, stellt das Training an dem Gerät besondere technische, körperliche und mentale Ansprüche an den Übenden. Entsprechend schult die Übung am Makiwara die Präzision und die Haltung, die Kraft und die Ausdauer sowie die Einstellung und die Konzentration.

Ich frage mich, wie oft so ein Teil denn in der Realität zum Einsatz kommt, das klingt ja erst mal nach einer ordentlichen Bastelaufgabe, das überhaupt herzustellen. Ich verstehe auch nicht so richtig, was an dem Zurückfedern so anspruchsvoll ist, aber vielleicht ist es einfach noch zu früh. Hängt das eigentlich zusammen mit dieser Eisenfaustsache? Hm, muss ich noch rausfinden.



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Karate ist ein Weg zu leben. Als solches bildet es einen Charakter, der ein vollkommen anderer ist als der, der im Sport entstehen kann. Karate übt man weder zum Spaß noch für einen Preis. Yabu Kentsu, Okinawa-Te Meister (1863 - 1937) Itosu-Schüler

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