Kuro Obi: Der Zweifel bleibt ein Teil von allem
Es gibt im Netz schon jede Menge Zusammenfassungen und Rezensionen über den Film (z.B. HIER), deshalb erspare ich mir und Euch beides weitgehend. Ich schreibe Euch lieber, welche Gedanken und vor allem Fragen er in mir produziert hat und zu welcher Erkenntnis er mich letztenendes geführt hat.
Ich habe nach dem Film das Buch Karate-Do nochmal gelesen. Es waren einige Fragen aufgetaucht, die ich nicht beantworten konnte. Ich konnte das Verhalten der Darsteller manchmal nicht verstehen, es erschien mir (auf Basis meines vorhandenen Nicht-Wissens) unlogisch. Beispielsweise lässt sich der Meister einfach sein Dojo wegnehmen, warum? Es heißt doch „nur“ im Karate gäbe es keinen Erstschlag, wäre dies nicht eine Verteidigung?
Oder Giryo wird mit dem Speer angegriffen, auf abschüssigem Gelände vor einem Abhang, die Angreiferin kommt von oben – warum lässt er sich verletzen? Hängt der Ausgang eines Kampfes nicht davon ab, wie man Leere und Fülle handhabt? Dann wird Hanah von den Menschenhändlern „entführt“ und er tut nichts – heißt es nicht, Karate sei Helfer der Gerechtigkeit?
Das sind nur einige meiner Fragen, die zu weiteren Fragen geführt haben: Was ist ein Erstschlag? Kann vielleicht das, was ich für eine Verteidigung halten würden, auch als Erstschlag wahrgenommen werden? Was ist Leere/Fülle bzw. Schwäche/Stärke? Und warum habe ich ohne irgendwelches Wissen eine Erwartungshaltung gegenüber der Reaktion auf den Speer? Was ist Gerechtigkeit? Wo fängt Unrecht an? Ihr seht schon, ich hatte eine ganze Menge geistige „Probleme“ zu lösen und habe ungefähr zwei Wochen damit verbracht, das Thema im Kopf hin- und her zu bewegen, bevor ich es vorläufig ausatmen konnte.
Ich habe jedoch noch eine viel wertvollere Lektion durch den Film gelernt als die bessere Kenntnis von Funakoshis Regeln. Ich denke, mein Verständnis des Do hat sich erweitert. Durch die verschiedenen Konflikte, denen alle drei Schüler in dem Film ausgesetzt waren und die vielen grundsätzlichen Fragen, die mir entstanden sind, habe ich vor allem eins erkannt: wie schwierig es ist, eine klare Antwort zu geben wie „ja, genauo so ist das richtig, so ist das nach den Regeln, so ist das gut oder ja, das ist Do.“ Vielmehr ist es eine ständige Auseinandersetzung mit den verschiedenen Möglichkeiten,Versuchungen und Härten die das Leben bietet und teilweise fordert. Nichts ist nur schwarz oder nur weiß, es gibt kein Licht ohne Schatten und es gibt keinen Menschen ohne Fehler. Letztenendes bleibt der Zweifel, wirklich auf dem richtigen Weg zu sein, ein Teil von allem und das macht die fortwährende Beschäftigung mit sich selbst, dem Leben und der Welt für mich zu dem, was ich mit Do assoziiere.
Trailer zu Kuro Obi bei Youtube
Ich habe nach dem Film das Buch Karate-Do nochmal gelesen. Es waren einige Fragen aufgetaucht, die ich nicht beantworten konnte. Ich konnte das Verhalten der Darsteller manchmal nicht verstehen, es erschien mir (auf Basis meines vorhandenen Nicht-Wissens) unlogisch. Beispielsweise lässt sich der Meister einfach sein Dojo wegnehmen, warum? Es heißt doch „nur“ im Karate gäbe es keinen Erstschlag, wäre dies nicht eine Verteidigung?
Oder Giryo wird mit dem Speer angegriffen, auf abschüssigem Gelände vor einem Abhang, die Angreiferin kommt von oben – warum lässt er sich verletzen? Hängt der Ausgang eines Kampfes nicht davon ab, wie man Leere und Fülle handhabt? Dann wird Hanah von den Menschenhändlern „entführt“ und er tut nichts – heißt es nicht, Karate sei Helfer der Gerechtigkeit?
Das sind nur einige meiner Fragen, die zu weiteren Fragen geführt haben: Was ist ein Erstschlag? Kann vielleicht das, was ich für eine Verteidigung halten würden, auch als Erstschlag wahrgenommen werden? Was ist Leere/Fülle bzw. Schwäche/Stärke? Und warum habe ich ohne irgendwelches Wissen eine Erwartungshaltung gegenüber der Reaktion auf den Speer? Was ist Gerechtigkeit? Wo fängt Unrecht an? Ihr seht schon, ich hatte eine ganze Menge geistige „Probleme“ zu lösen und habe ungefähr zwei Wochen damit verbracht, das Thema im Kopf hin- und her zu bewegen, bevor ich es vorläufig ausatmen konnte.
Ich habe jedoch noch eine viel wertvollere Lektion durch den Film gelernt als die bessere Kenntnis von Funakoshis Regeln. Ich denke, mein Verständnis des Do hat sich erweitert. Durch die verschiedenen Konflikte, denen alle drei Schüler in dem Film ausgesetzt waren und die vielen grundsätzlichen Fragen, die mir entstanden sind, habe ich vor allem eins erkannt: wie schwierig es ist, eine klare Antwort zu geben wie „ja, genauo so ist das richtig, so ist das nach den Regeln, so ist das gut oder ja, das ist Do.“ Vielmehr ist es eine ständige Auseinandersetzung mit den verschiedenen Möglichkeiten,Versuchungen und Härten die das Leben bietet und teilweise fordert. Nichts ist nur schwarz oder nur weiß, es gibt kein Licht ohne Schatten und es gibt keinen Menschen ohne Fehler. Letztenendes bleibt der Zweifel, wirklich auf dem richtigen Weg zu sein, ein Teil von allem und das macht die fortwährende Beschäftigung mit sich selbst, dem Leben und der Welt für mich zu dem, was ich mit Do assoziiere.
Trailer zu Kuro Obi bei Youtube
Kiai - 5. Sep, 10:13

