Henka & Kakushi
Ich habe gerade beim Querlesen eine mögliche Erklärung für meine Frage vom 22. Oktober im Zusammenhang mit dem Shisochin Nachtrag gefunden.
Auszug aus dem Text
mir fällt nur auf, daß manche Karateka bei so einer Kata eine Ausstrahlung haben wie eine Schlaftablette in der Disco, da kommt irgendwie nichts rüber. Andere hingegen wirken interessant, weiß der Geier durch was aber sie haben Präsenz, die Bewegungen werden quasi fühlbar. Das würde mich ja mal interessieren, woher da der Unterschied kommt - wahrscheinlich ist es wie im alltäglichen Leben: manche Menschen strahlen ein bisschen heller als andere. Und ich bin mir sicher, mein Lieblingsexperte ist einer der besonders Strahlenden :-)
Ich bin per Zufall auf die vier Elemente der Kata gestoßen und musste beim Begriff Henka an meinen Beitrag von damals denken. Henka beschreibt, wie der Ausführende die Kata präsentiert und auch wie er sie sieht. Weiterhin habe ich erfahren, daß ein Zusammenhang mit der persönlichen Konstitution und Koordination besteht, der selbst bei gleich viel Übung dafür sorgt, daß die Kata bei jedem Karateka etwas anders aussieht. Das klingt nach einer nachvollziehbaren Erklärung, warum mir einige Performances als Betrachter mehr liegen als andere.
Besonders spannend fand ich in Bezug auf die vier Elemente der Kata Kakushi, was etwas gekürzt beschrieben die versteckten Techniken und Kniffe in der Kata darstellt, die sich dem Betrachter und auch dem Übenden nicht "freiwillig" zeigen - also im Grunde ist das der Aspekt hinter dem Offensichtlichen. Das erinnert mich daran, daß ich von einem anderen Meister gelesen habe, daß er quasi mit fortschreitendem Üben auch nach 30 Jahren noch neue Sachen in einer Kata entdeckt hat - wahnsinn. Wie komplex und bewundernswert muss ein Kata sein, wenn sie über so viele Jahrzehnte dem Ausführenden immer noch ein Geheimnis präsentieren kann? Da sind die meisten Menschen viel schneller durchschaubar, und ein Mensch ist ja auch ein recht komplexes System.
Kiai - 3. Nov, 11:46

